Deutschlands großer Streitatlas 2019: Jeder zweite Streit dauert länger als ein Jahr

by admin on 14. Januar 2020

Deutschlands großer Streitatlas belegt mit Zahlen und Fakten, wie bei uns in Deutschland gestritten wird. Die groß angelegte Studie, die Generali Deutschland auf Basis der Daten ihres Rechtschutzversicherers Advocard alle zwei Jahre durchführt, bietet bundesweit spannende Einblicke in die Streitkultur. Die Studie zeigt, dass die Menschen immer häufiger und heftiger miteinander streiten – insbesondere das private Umfeld bietet hierzu viele Anlässe. Fast die Hälfte aller Streitfälle dauert zwölf Monate und länger. Auch ein Anstieg an Gerichtsprozessen diesbezüglich ist zu verzeichnen, sowie der Option, durch mehrere Instanzen zu gehen. Von diesen Möglichkeiten wird immer mehr Gebrauch gemacht.

Was lange währt, wird vor allen Dingen eins: teuer. Bei jedem zehnten Streit liegt der Streitwert bei mehr als 10 000 Euro. Dabei können die Verfahrenskosten ein Vielfaches des eigentlichen Streitwertes ausmachen. “Daher ist es sinnvoll, so früh wie möglich eine einvernehmliche Einigung anzustreben”, so Peter Stahl, Vorstandssprecher der Advocard. Genau hier setzt die Mediation an, indem sie dabei hilft, Konflikte konstruktiv miteinander zu lösen. Dies spart sowohl Geld als auch Nerven. Zudem werden die Konfliktparteien durch diesen Prozess befähigt, selbstverantwortlich Lösungen zu entwickeln, die für alle Beteiligten vorteilhaft und nachhaltig sind.

Grundsätzlich ist jeder Konflikt für eine Mediation geeignet. Die einzige Vorbedingung ist, dass die am Konflikt beteiligten Personen an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind; das sie grundsätzlich bereit sind, miteinander in Dialog zu treten, um Lösungen anzustreben, die die bestehenden Konflikte nicht konfrontativ, sondern kooperativ lösen.

Durch eine Mediation werden zudem nicht nur vorhandene Streitpunkte geklärt, sondern auch für zukünftige Konflikte sensibilisiert. Somit ist jede Mediation auch Konfliktvorsorge.

Quelle: Rosenheimer Blickpunkt, Ausgabe 01/2020

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